Kreuzfahrt mit der MSC Divina

Schluss mit der Geheimniskrämerei. Wir sind auf Kreuzfahrt gegangen. Mit der MSC Divina sollte es von Civitavecchi nach Mykonos, von dort weiter nach Kusadasi und Marmaris gehen und anschließend über Neapel wieder zurück nach Civitavecchi.
Eine kleine Reise in der Reise. Oder ein kleiner Urlaub von der Reise? Aber nein, keine Angst, uns fällt weder die Decke auf den Kopf noch haben wir genug vom Vanlife. Manchmal tut es einfach gut, den Motor gegen Meeresrauschen zu tauschen.

Die Einschiffung in Civitavecchia

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht mit einigen anderen Campingfreunden fuhren wir am Morgen an den Stadtrand von Civitavecchia für einen kleinen Frühstückssnack. Unsere Vorräte hatten wir schließlich aufbrauchen müssen, soll ja nichts schlecht werden in den nächsten Tagen.
Dann war es auch schon Zeit, Felía in den wohlverdienten Urlaub inkl. Wellnessbehandlung zu bringen. Um unseren Genuss-Bus sicher abzustellen, hatten wir einen Stellplatz bei C.S.CARS 2 Parking gebucht. Während der Buchung wurde uns eine Reinigung offeriert, die wir dankbar annahmen, da Felía dringend eine Wäsche nötig hatte.
Vor Ort wurden wir freundlich empfangen und die Formalitäten waren schnell erledigt. Dann noch den Autoschlüssel übergeben und Abschied auf Zeit nehmen.
Aber wie kommen wir jetzt zum Hafen? Tja, in Civitavecchia ist man genau darauf bestens eingestellt. Selbstverständlich ist ein Shuttleservice inbegriffen und man weiß genau, wo die Gäste hin müssen.
Das ist auch gut so, denn der Hafen ist überraschend unübersichtlich und die beiden Terminals für Kreuzfahrten müssen von unterschiedlichen Seiten angefahren werden.

Der Check-In verlief unkompliziert und unsere Bordkarten hingen auch schon an der Kabinentür. So konnten wir direkt ins Zimmer und unsere Taschen verstauen. Zu unserer großen Freude verfügte unsere Innenkabine über eine große Fensterfront inkl. Balkon - wir hatten wohl ein Upgrade erhalten. Ein ziemlich perfekter Start in diese kleine Auszeit auf See.
Dann ging es ans Erkunden des gigantischen Schiffes. Unsere erste gemeinsame Kreuzfahrt verbrachten wir auf der AIDAstella mit etwa 2.200 Passagieren. Unsere Reise von Abu Dhabi nach Südafrika führte uns später auf die AIDAprima mit bis zu 3.300 Gästen. Das sind gefühlt Beiboote gegen die MSC Divina mit satten 4.300 Passagieren.
Zum Glück ist das Schiff praktisch aufgebaut. Auf den Decks 8 bis 13 befinden sich die Kabinen. Ab Deck 14 bis Deck 18 gibt es die Pools und Entertainmentbereiche sowie das Buffetrestaurant. Außerdem gibt es noch die Decks 5 bis 7. Hier gibt es das Bedienrestaurant sowie die Spezialitätenrestaurants, mehrere Bars und die obligatorischen Geschäfte. Außerdem befindet sich im Bug auf Deck 6 und 7 das Theater.
Nach dieser ersten Erkundungstour ließen wir uns auf Deck nieder und stießen mit einem ersten alkoholfreien Cocktail auf die bevorstehende Reise an.

Anders als auf den AIDA-Schiffen wird bei der MSC das Ablegen nicht so zelebriert, was irgendwie schade ist. Ungeachtet dessen standen wir an der Reling und sahen beim Auslaufen zu. Und dann fühlten wir uns plötzlich doch ganz klein. Langsam fuhr die MSC aus dem Hafenbecken und passierte dabei die Costa Smeralda. Dieser schwimmende Koloss bietet noch einmal rund 2.000 Plätze mehr als die Divina.
Durch den Besuch einer Theateraufführung und dem Lauschen der Live-Musik in den Bars inklusive ausgelassener Party bekamen wir direkt einen ersten Vorgeschmack auf das typische Abendprogramm an Bord.
Ein Programmpunkt war Karaoke. Da konnte Andrea nicht anders: Sie musste dabei sein und das Publikum mit ihrer Stimme begeistern.
Dann ging es auf die Kabine und ins Bett.

Seetag

Da die Reise direkt mit einem Seetag begann, hätte man meinen können, wir schlafen gehörig aus. Aber so sind wir nicht. Andrea wollte unbedingt den Fitnessraum austesten - sie kann wohl wirklich nicht aus ihrer Haut heraus - und das natürlich möglichst früh, bevor es dort voll wird. Frank hingegen nutzte die Gelegenheit, um Fotos vom Schiff zu machen, solange die meisten Gäste noch schliefen. Das funktioniert schließlich am besten, wenn einem nicht ständig jemand durchs Bild läuft.
Ansonsten hieß es: Füße hochlegen und hier und da mal einen Programmpunkt mitnehmen. Zudem organisierten wir einen Wechsel unserer Tischzeit. Bereits um 18:30 Uhr Abendessen? Bei den langen Liegezeiten in den Häfen irgendwie unsinnig.
Leider wurde auch ein weiteres Highlight ignoriert. Die Passage zwischen dem italienischen Festland und Sizilien wurde in keiner Weise erwähnt. Schade, auf der AIDA hätte es vermutlich umfangreiche Informationen währenddessen gegeben.
Dafür wartete am Abend ein besonderes Highlight auf uns. Dafür mussten wir die feinste Garderobe heraussuchen, die wir hatten. Der Kapitän hatte zum Shake Hand geladen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Aber irgendwie kann einem der Kapitän schon echt leid tun. Über 4.000 Gästen die Hand zu schütteln und für ein Foto zu possieren. Da muss man seinen Job schon echt lieben.

Mykonos

Nach etwa anderthalb Tagen auf See gingen wir vor Mykonos auf Reede. Der eine Hafenplatz war bereits von einem anderen Dampfer belegt. Daher mussten wir zur Insel tendern. Zum Glück hatten wir bereits einen der Offiziere etwas näher kennengelernt. Als wir unsere Tendertickets abholten, kramte er in seiner Tasche und zauberte extra für uns Tickets für die Gruppe G hervor. Eigentlich war man bereits bei den Gruppen O und P angekommen. Ein kleiner Vorteil guter Gespräche an Bord.
So ausgerüstet konnten wir bereits um 12 Uhr an Land gehen. Leider tenderte man uns nicht direkt zum Hafen von Mykonos, sondern zum Hafen von Tourlos. Von der MSC wurden aber Shuttleboote zum Old-Port in die Stadt Mykonos angeboten, die jedoch zusätzlich 8 € pro Person kosten sollten. Dabei ist das gar nicht notwendig. Vor Ort gibt es einen Sea Bus der regelmäßig und häufig fährt und lediglich 2,50 € kostet. Oder man läuft - wie wir - einfach die Strecke.
Wie zu erwarten ist die Stadt Mykonos voll auf Tourismus eingestellt. Zugegeben, die malerischen Gassen mit den weißen Fassaden und blauen Fenstern und Türen sind schon sehenswert. Leider findet man aber überall nur den typischen Touri-Nippes und überteuerte Restaurants und Bars. Und einfach gemütlich an der Küste entlang schlendern und die Zehen in den Sand eingraben oder ins Wasser halten ist auch nicht machbar. Stattdessen verläuft die „Uferpromenade“ teilweise direkt durch die Bars.
Da aber auch wir Touristen sind, mussten wir da durch. Schließlich wollten wir das Bild von Mykonos einfangen: Die Windmühlen auf der Landzunge.
Als dieses im Kasten war, schlenderten wir gemütlich durch die Gassen und fanden ständig neue Fotomotive. An einer Ecke entdeckten wir dann einen Laden, der mehr nach Straßenstand als teurem Restaurant aussah. Da wir mit den angebotenen Loukoumades nichts anfangen konnten, nahm sich der freundliche Betreiber von Dr. Loukoumas die Zeit, uns diese griechische Leckerei zu erklären. Wir konnten unmöglich widerstehen und ließen uns eine Portion schmecken.
Dabei kam uns wieder der Gedanke, dass wir uns durchaus kalorienbewusst ernähren - wir ernähren uns schließlich ganz bewusst von Kalorien 😂. Zuckerschock inklusive.
Am späten Abend lief die MSC wieder aus und fuhr neuen Abenteuern entgegen. Aber an schlafen war noch nicht zu denken. Die MSC-Crew hatte zu einer 60er-, 70er- und 80er-Party ins Atrium eingeladen. Bei kultiger Musik sorgten die Animateure in passendem Outfit für Megastimmung, und wir waren natürlich mittendrin.

Kusadasi

Nach einer etwas kurzen Nacht erreichten wir am Morgen den ersten Hafen in der Türkei, Kusadasi. Wir nahmen zwar nicht an einem Ausflug teil, dennoch wollten wir den Aufenthalt möglichst umfangreich auskosten. So gehörten wir mit zu den ersten Gästen, die von Bord gingen und in das quirlige türkische Leben eintauchen wollten.
Doch bevor wir wirklich in die Stadt kamen, mussten wir erst einmal den Hafen verlassen. Oder sollten wir lieber sagen: den Markt. Der Weg vom Schiff in die Stadt führte mitten durch zahlreiche Marktstände und natürlich wollte jeder Händler, dass wir uns seine Ware genauer ansehen.
Kaum in der Stadt angekommen, ging es fröhlich weiter. Kusadasi hat sich voll an den Tourismus angepasst. Die Straßenzüge rund um die Karavanserei (die aber gerade leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war) sind ein einziger Basar, auf welchem die Händler emsig um Kundschaft bemüht sind. Dabei sind die meisten extrem freundlich, wenn auch recht aufdringlich. Leider erlebten wir auch ein negatives Exemplar.
Eigentlich hatten wir bereits signalisiert, dass wir uns die Ware weder näher ansehen noch kaufen wollten, dennoch bestand er darauf, uns zumindest seine T-Shirts zu zeigen. Okay, gucken kann man ja mal. Er kramte ein Shirt nach dem anderen hervor, riss die Hüllen auf und zeigte uns, dass Passform und Farbe stimmen. Schließlich hatte er für jeden von uns 3 Stück ausgewählt, dann ging es an den Preis.
Aber wir wollten doch gar nichts kaufen! Egal, erst einmal einen Preis nennen. Für angebliche Marken-Shirts sollten wir plötzlich pro Stück 49 € bezahlen. Und das sei schon der Freundschaftspreis. Ein Nein wurde nicht akzeptiert. Okay, dann ein so niedriges Gegenangebot machen, dass er gleich aufgibt. 10 € höchstens. Schade, hat nicht geklappt. Aber der Preis sank deutlich. Am Ende sollten es wirklich nur noch 10 € pro Stück sein. Aber wir hatten uns doch gerade erst neu eingedeckt.
Am Ende sagten wir klar, dass wir eigentlich doch nie etwas kaufen wollten. Da wurde der Händler ungehalten und scheuchte uns regelrecht aus seinem Shop. Nur gut so, eine Straße weiter gab es quasi die gleichen Sachen für nur 7 € pro Stück.
Von dem Negativerlebnis ließen wir uns aber nicht beeindrucken. Schließlich waren wir ja eh nicht zum Shoppen hier. Stattdessen suchten wir eine erste Moschee auf. Wie auch in christlichen Kirchen kleideten wir uns vor dem Betreten des Gotteshauses angemessen. Leider gab es aber auch hier Touristen, die offenbar keinerlei Respekt haben.
In der Moschee wurden wir nicht nur von einem schlichten aber dennoch sehenswerten Inneren überrascht, sondern auch von einem Einheimischen. Dieser konnte sogar sehr gut Deutsch, da er längere Zeit in Deutschland gelebt hatte. Wir unterhielten uns eine Zeit lang mit ihm. Schließlich machte er einen Scherz, der uns beim Lachen die Tränen in die Augen trieb.
Er ist bereits zweimal geschieden und derzeit Single. Einmal wurde er von einem anderen Türken darauf angesprochen und gefragt: Warum suchst du dir keine neue Frau? Er antwortete darauf: Weil ich auf Männer stehe. Sein Gegenüber wich daraufhin wohl ganz verblüfft ein paar Schritte zurück. Schön, dass ein Moslem in einem Land, wo Homosexualität noch weitgehend ein Tabu ist, auf seine Kosten einen solchen Scherz macht. Respekt! Und das Schönste daran: Er sprach mit uns sehr tolerant nicht über Allah, Mohammed oder Jesus, sondern einfach über Gott.

Nach all dem Trubel auf der Touristenmeile bogen wir ab und gelangten in weniger touristische Bereiche. Dort entdeckten wir zufällig ein kleines Museum, das sich mit Mineralien beschäftigt. Als einzige Gäste konnten wir ganz entspannt die Ausstellungsstücke ansehen und zu unserer Verblüffung wollte niemand Eintritt von uns.
In einer anderen Gasse ließen wir uns dann bei einem unscheinbaren Café mit zerschlissenen Stühlen nieder. Karte oder Preisaushang? Fehlanzeige. Egal, ein türkischer Kaffee musste jetzt einfach sein. Hoffentlich zockt man uns nicht ab. Da der Besitzer kein Wort Englisch oder Deutsch konnte, mussten wir uns mit Händen und Füßen verständigen.
Schnell war klar, Kartenzahlung geht nicht. Türkische Lira hatten wir nicht, aber Euro ist okay. Der Kaffee war schnell bestellt und für Andrea sogar mit Zucker. Geht doch. Was ein Lächeln und ein paar Gesten bewirken können. So geht Völkerverständigung. Und der Preis? Ach was soll's, wir geben ihm dann einfach, was wir denken. In Italien kostet ein Espresso zwischen 1 € und 1,50 €. Daher versuchten wir es für zwei türkische Kaffees mal mit 2 €. Der Besitzer akzeptierte. Hier wird man also definitiv nicht abgezockt.
Aber nur einen Kaffee? Was ist mit dem Hunger? Zurück auf die Touri-Meile und dort bei den Läden einkehren, war keine Option. Zum Glück wurden wir dennoch fündig. Zwar wurde auch dort weder Deutsch noch Englisch gesprochen, aber einer der Gäste konnte uns mit ein paar Brocken aushelfen. Wenig später aßen wir leckere Fleischküchle mit Beilagen und lauschten einer Gesangsgruppe, die sich im Lokal zur Probe versammelt hatte. Und ganz nebenbei konnten wir uns davon überzeugen, dass ein türkischer Kaffee tatsächlich 50 Lira, also etwa 1 € kostet.
Genau solche Momente bleiben am Ende oft länger in Erinnerung als jede Sehenswürdigkeit.

Marmaris

Über Nacht fuhr das schwimmende Hotel vom türkischen Kusadasi an den griechischen Inseln Samos, Kos und Rhodos vorbei zum türkischen Marmaris. Nachdem die MSC am Morgen im Hafen festgemacht hatte, wurden wir nicht nur von den türkischen Behörden, sondern auch von einigen Kaninchen begrüßt. Die Kaninchen sind zwar neugierig, ließen sich aber nicht streicheln.
Vom Hafen aus mussten wir zunächst um den Yachthafen herum, um die Altstadt zu erreichen. Erwartungsgemäß war hier noch alles geschlossen. Daher nutzten wir die kühleren Morgenstunden und spazierten die Strandpromenade entlang. Nein, wir suchten keinen Badeplatz. Vielmehr wollten wir die Siteler Şirinyer Cami besichtigen.
Beim Flanieren entlang der Strandpromenade passiert man neben unzähligen Anbietern für Wassersportaktivitäten auch Bars, Restaurants und Hotels. Dabei stellten wir fest, dass Marmaris fest in britischer Touristenhand ist. Zum einen wird an jeder Ecke English Breakfast mit Baked Beans angeboten, zum anderen werden alle Preise in englischen Pfund angezeigt statt in türkischen Lira.
Schließlich war es Zeit, die Strandpromenade zu verlassen. Kaum hatten wir die Strandhotels hinter uns gelassen, tauchten wir in ein Wohngebiet der Einheimischen ein. Sofort war es quirliger und lebendiger. Und statt Bars und Restaurants kamen wir am Wochenmarkt mit Obst und Gemüse vorbei. Eine schöne Abwechslung vom touristischen Viertel.
Die Moschee konnten wir letztlich nur von außen besichtigen, da sie geschlossen war. Der Spaziergang war es aber trotzdem wert.

Von der Moschee ging es wieder gemütlich zurück in die Altstadt. Dort wollten wir noch ein wenig durch die Gassen schlendern und die angebotenen Waren sehen. Dabei kommt man unweigerlich an der Merkez Yeni Cami vorbei. Wir ließen es uns nicht nehmen, diese Moschee zu besichtigen. Nachdem wir die Schuhe ausgezogen und uns angemessen bedeckt hatten - wie es sich beim Betreten eines Gotteshauses gehört - konnten wir den Gebetssaal mit dem typischen Kronleuchter betreten.
Beim Verlassen der Moschee trafen wir auf einen Einheimischen. Es stellte sich heraus, dass er in Deutschland geboren wurde und inzwischen in die Heimat seiner Vorfahren zurückgekehrt war. Wir unterhielten uns eine Zeit lang mit ihm. Er machte dabei deutlich, wie erfreut er ist, dass sich deutsche Touristen für seine Kultur interessieren und er die derzeitige Entwicklung in Deutschland mit Sorge beobachtet.
Erst nach einiger Zeit konnten wir uns schweren Herzens von der netten Urlaubsbekanntschaft trennen. Aber wir wollten noch etwas durch die Altstadt ziehen. Wir lenkten unsere Schritte in Richtung Marmaris Kalesi ve Arkeoloji Müzesi, einer alten Festung auf einer kleinen vorgelagerten Halbinsel. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine weitere Moschee (Merkez Eski Camii). Leider wurden wir hier Zeugen, wie wenig Respekt Touristen vor Gotteshäusern haben. Zuhause fordern sie, dass Ausländer sich anpassen sollen, selbst ist man aber nicht bereit, sich im Ausland anzupassen.
Mehrere Frauen wollten mit Schuhen und ohne angemessene Bekleidung die Moschee besuchen. Erst nach einigem Hin und Her, entschlossen sie sich das Gotteshaus angemessen zu betreten. Schade, wie ignorant manche Menschen sind. Wir würden auch in Deutschland keine Kirche mit Hotpants und Tanktop betreten. Das gehört sich einfach nicht.
Gleich hinter der Merkez Eski Camii taucht man in den ältesten Teil der Stadt ein. Die Gassen werden noch schmaler. Schnell wird klar, hier wurden die Wege erst angelegt, nachdem die Häuser gebaut waren. Wir suchten uns einen Weg durch das Labyrinth und erreichten schließlich die alte Festung. Da gerade eine Gruppe Touristen das Museum stürmte - muss wohl gerade ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegen 😄 - sparten wir uns den Eintritt.
Dies gab uns die Zeit, uns auf das heutige Event auf dem Schiff vorzubereiten, denn heute war Motto „White Party“. Wir suchten unsere weißen bzw. hellsten Sachen heraus und warfen uns mal wieder so richtig in Schale. Es ist schon ein grandioser Anblick, wenn im Atrium mit seinen glitzernden Swarovski-Treppen sämtliche Gäste in Weiß gekleidet sind. Da strahlt der Raum gleich doppelt.
Und die Stimmung? Die hätte ausgelassener kaum sein können. Zum Glück wartet morgen ein Seetag.

Seetag

Für uns ist der Begriff „Seetag“ inzwischen ein Synonym geworden für Beine hochlegen und Seele baumeln lassen. Und so ist ein Seetag auf einer Kreuzfahrt eine willkommene Abwechslung von den Landausflügen mit den vielen Eindrücken.
Allerdings kann man an einem Seetag auch mal Sachen machen, die man sonst nicht tun würde. Warum nicht mal basteln? Die MSC hatte verschiedene Workshops organisiert, bei denen man neue Basteltechniken und kreative Ideen ausprobieren konnte. Ein riesiger Spaß - nicht nur für Kinder.
Auch wir mischten uns unter die Bastler und versuchten uns an „Iris Folding“ und Lotusblüten basteln. Das Iris Folding hatte uns besonders begeistert. Daher nahmen wir uns das nötige Material mit auf die Kabine, um unsere Kunstwerke in Ruhe fertigstellen zu können.

Neapel

Nach diesem ruhigen und erholsamen Seetag liefen wir, ganz zur Freude von Frank, in den Hafen von Neapel ein. Über Nacht hatte der Wind und somit auch der Seegang etwas zugelegt. Ungeachtet der Größe des Schiffes waren die Rollbewegungen doch deutlich zu spüren und machten Franks Magen zu schaffen. Ein Landausflug war da genau das Richtige.
Aber, ach herrje, das Wetter spielte zunächst gar nicht mit. Sonnenverwöhnt mit fast 30°C in Marmaris, kommen einem die 19°C und Wolken wie Winterwetter vor. Und dann überraschte uns auch noch ein ordentlicher Regenguss. Wir konnten uns gerade noch unter das Vordach eines Luxushotels retten.
Den Rest des Tages blieb es dann zwar trocken, aber dennoch frisch. Wir ließen uns davon nicht aufhalten und setzten unsere Stadttour fort. Das Castel dell'Ovo konnte nur von außen besichtigt werden und die Piazza del Plebiscito diente als Zielbereich eines Fahrradrennens. Das brachte es mit sich, dass wir vom Palazzo Reale nicht allzu viel zu sehen bekamen.
Direkt um die Ecke liegt allerdings die beeindruckende Galleria Umberto I, die stark an die berühmte Galerie in Mailand erinnert. Nun sollte es eigentlich ins quirlige Quartieri Spagnoli gehen, allerdings lockte uns in einer kleinen Seitengasse das Lo Spacco mit authentischem Essen und günstigen Preisen. So erreichten wir Spagnoli erst nach einem kleinen Snack.
Echten Fußballfans können wir eine Reise nach Neapel übrigens wärmstens empfehlen. Immerhin hat die Stadt keinen Geringeren als Diego Maradona hervorgebracht. Und das wissen die Einwohner für sich zu nutzen. Von Wandbildern über Statuen bis hin zu T-Shirts, Schirmen und mehr findet man in Spagnoli alles mit Maradona. Aber Achtung: Die engen Gassen sind keine Fußgängerzonen und Verkehrsregeln werden eher kreativ interpretiert. Motorroller röhren ungebremst an einem vorbei und bahnen sich ihren Weg durch die Menschenmassen.
Wie die Zeit doch rast, wenn es ständig Neues zu entdecken gibt. Um wenigstens noch ein bisschen mehr von Neapel zu sehen, entschlossen wir uns, Spagnoli hinter uns zu lassen und zum Monastero di Santa Chiara, der Basilika Santa Chiara und der Chiesa del Gesù Nuovo zu schlendern. Nach einem Besuch des sehenswerten Klosters und einer Besichtigung der beiden Kirchen ging es noch zum Duomo di Santa Maria Assunta.
Dann war es auch schon an der Zeit zum Hafen zurückzukehren. Die Abfahrt und somit das Ende dieser kurzen Kreuzfahrt standen an. Eine letzte Show, ein letztes Mehrgangmenü im The Black Crab und anschließend die Abschiedsfeier der Waiter, die noch einmal alles gaben und das Restaurant in eine kleine Party verwandelten.

Ausschiffung

In den frühen Morgenstunden erreichte die MSC Divina wieder ihren Ausgangshafen in Civitavecchia. Für uns bedeutete das, früh aufstehen und Sachen packen. Immerhin sollten wir bis spätestens 8 Uhr die Kabine verlassen haben. Was ein Stress am Ende der Reise.
Noch während die MSC festgemacht wurde, konnten wir das Einlaufen der Costa Smeralda vom Balkon aus beobachten, bevor die Club Med 2 - ein dagegen winziges Segelschiff - den Hafen erreichte.
Doch dann mussten wir unsere Taschen schnappen und das Schiff verlassen. Im Hafen wurden wir sogleich von Mitarbeitern des Parkplatzes in Empfang genommen und zu unserem Genuss-Bus gefahren. Dort überreichte man uns neben dem Autoschlüssel auch gleich noch 20 €. Offenbar hatte man sich wegen der ganzen An- und Aufbauten doch nicht getraut, Felía zu waschen.
Schade eigentlich. Dann müssen wir die Wellnessbehandlung wohl doch selbst übernehmen.

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