Kreuzfahrt mit der MSC Divina
Schluss mit der Geheimniskrämerei. Wir sind auf Kreuzfahrt gegangen. Mit der MSC Divina sollte es von Civitavecchi
nach Mykonos, von dort weiter nach Kusadasi und Marmaris gehen und anschließend über Neapel wieder zurück nach
Civitavecchi.
Eine kleine Reise in der Reise. Oder ein kleiner Urlaub von der Reise? Aber nein, keine Angst, uns fällt weder die
Decke auf den Kopf noch haben wir genug vom Vanlife. Manchmal tut es einfach gut, den Motor gegen Meeresrauschen
zu tauschen.
Die Einschiffung in Civitavecchia
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht mit einigen anderen Campingfreunden fuhren wir am Morgen an den Stadtrand
von Civitavecchia für einen kleinen Frühstückssnack. Unsere Vorräte hatten wir schließlich aufbrauchen müssen,
soll ja nichts schlecht werden in den nächsten Tagen.
Dann war es auch schon Zeit, Felía in den wohlverdienten Urlaub inkl. Wellnessbehandlung zu bringen. Um
unseren Genuss-Bus sicher abzustellen, hatten wir einen Stellplatz bei
C.S.CARS 2 Parking gebucht. Während der
Buchung wurde uns eine Reinigung offeriert, die wir dankbar annahmen, da Felía dringend eine Wäsche nötig
hatte.
Vor Ort wurden wir freundlich empfangen und die Formalitäten waren schnell erledigt. Dann noch den Autoschlüssel
übergeben und Abschied auf Zeit nehmen.
Aber wie kommen wir jetzt zum Hafen? Tja, in Civitavecchia ist man genau darauf bestens eingestellt.
Selbstverständlich ist ein Shuttleservice inbegriffen und man weiß genau, wo die Gäste hin müssen.
Das ist auch gut so, denn der Hafen ist überraschend unübersichtlich und die beiden Terminals für Kreuzfahrten
müssen von unterschiedlichen Seiten angefahren werden.
Der Check-In verlief unkompliziert und unsere Bordkarten hingen auch schon an der Kabinentür. So konnten wir
direkt ins Zimmer und unsere Taschen verstauen. Zu unserer großen Freude verfügte unsere Innenkabine über eine
große Fensterfront inkl. Balkon - wir hatten wohl ein Upgrade erhalten. Ein ziemlich perfekter Start in diese
kleine Auszeit auf See.
Dann ging es ans Erkunden des gigantischen Schiffes. Unsere erste gemeinsame Kreuzfahrt verbrachten wir auf der
AIDAstella mit etwa 2.200 Passagieren. Unsere Reise von Abu
Dhabi nach Südafrika führte uns später auf die AIDAprima mit bis zu 3.300 Gästen. Das sind gefühlt
Beiboote gegen die MSC Divina mit satten 4.300 Passagieren.
Zum Glück ist das Schiff praktisch aufgebaut. Auf den Decks 8 bis 13 befinden sich die Kabinen. Ab Deck 14 bis
Deck 18 gibt es die Pools und Entertainmentbereiche sowie das Buffetrestaurant. Außerdem gibt es noch die Decks 5
bis 7. Hier gibt es das Bedienrestaurant sowie die Spezialitätenrestaurants, mehrere Bars und die obligatorischen
Geschäfte. Außerdem befindet sich im Bug auf Deck 6 und 7 das Theater.
Nach dieser ersten Erkundungstour ließen wir uns auf Deck nieder und stießen mit einem ersten alkoholfreien
Cocktail auf die bevorstehende Reise an.
Anders als auf den AIDA-Schiffen wird bei der MSC das Ablegen nicht so zelebriert, was irgendwie schade ist.
Ungeachtet dessen standen wir an der Reling und sahen beim Auslaufen zu. Und dann fühlten wir uns plötzlich doch
ganz klein. Langsam fuhr die MSC aus dem Hafenbecken und passierte dabei die Costa Smeralda. Dieser schwimmende
Koloss bietet noch einmal rund 2.000 Plätze mehr als die Divina.
Durch den Besuch einer Theateraufführung und dem Lauschen der Live-Musik in den Bars inklusive ausgelassener Party
bekamen wir direkt einen ersten Vorgeschmack auf das typische Abendprogramm an Bord.
Ein Programmpunkt war Karaoke. Da konnte Andrea nicht anders: Sie musste dabei sein und das Publikum mit ihrer
Stimme begeistern.
Dann ging es auf die Kabine und ins Bett.
Seetag
Da die Reise direkt mit einem Seetag begann, hätte man meinen können, wir schlafen gehörig aus. Aber so sind wir
nicht. Andrea wollte unbedingt den Fitnessraum austesten - sie kann wohl wirklich nicht aus ihrer Haut heraus -
und das natürlich möglichst früh, bevor es dort voll wird. Frank hingegen nutzte die Gelegenheit, um Fotos vom
Schiff zu machen, solange die meisten Gäste noch schliefen. Das funktioniert schließlich am besten, wenn einem
nicht ständig jemand durchs Bild läuft.
Ansonsten hieß es: Füße hochlegen und hier und da mal einen Programmpunkt mitnehmen. Zudem organisierten wir einen
Wechsel unserer Tischzeit. Bereits um 18:30 Uhr Abendessen? Bei den langen Liegezeiten in den Häfen irgendwie
unsinnig.
Leider wurde auch ein weiteres Highlight ignoriert. Die Passage zwischen dem italienischen Festland und Sizilien
wurde in keiner Weise erwähnt. Schade, auf der AIDA hätte es vermutlich umfangreiche Informationen währenddessen
gegeben.
Dafür wartete am Abend ein besonderes Highlight auf uns. Dafür mussten wir die feinste Garderobe heraussuchen, die
wir hatten. Der Kapitän hatte zum Shake Hand geladen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Aber
irgendwie kann einem der Kapitän schon echt leid tun. Über 4.000 Gästen die Hand zu schütteln und für ein Foto zu
possieren. Da muss man seinen Job schon echt lieben.
Mykonos
Nach etwa anderthalb Tagen auf See gingen wir vor Mykonos auf Reede. Der eine Hafenplatz war bereits von einem
anderen Dampfer belegt. Daher mussten wir zur Insel tendern. Zum Glück hatten wir bereits einen der Offiziere
etwas näher kennengelernt. Als wir unsere Tendertickets abholten, kramte er in seiner Tasche und zauberte extra
für uns Tickets für die Gruppe G hervor. Eigentlich war man bereits bei den Gruppen O und P angekommen. Ein
kleiner Vorteil guter Gespräche an Bord.
So ausgerüstet konnten wir bereits um 12 Uhr an Land gehen. Leider tenderte man uns nicht direkt zum Hafen von
Mykonos, sondern zum Hafen von Tourlos. Von der MSC wurden aber Shuttleboote zum Old-Port in die Stadt Mykonos
angeboten, die jedoch zusätzlich 8 € pro Person kosten sollten. Dabei ist das gar nicht notwendig. Vor Ort gibt es
einen Sea Bus der regelmäßig und häufig fährt und lediglich 2,50 € kostet. Oder man läuft - wie wir - einfach die
Strecke.
Wie zu erwarten ist die Stadt Mykonos voll auf Tourismus eingestellt. Zugegeben, die malerischen Gassen mit den
weißen Fassaden und blauen Fenstern und Türen sind schon sehenswert. Leider findet man aber überall nur den
typischen Touri-Nippes und überteuerte Restaurants und Bars. Und einfach gemütlich an der Küste entlang schlendern
und die Zehen in den Sand eingraben oder ins Wasser halten ist auch nicht machbar. Stattdessen verläuft die
„Uferpromenade“ teilweise direkt durch die Bars.
Da aber auch wir Touristen sind, mussten wir da durch. Schließlich wollten wir das Bild von Mykonos einfangen: Die
Windmühlen auf der Landzunge.
Als dieses im Kasten war, schlenderten wir gemütlich durch die Gassen und fanden ständig neue Fotomotive. An einer
Ecke entdeckten wir dann einen Laden, der mehr nach Straßenstand als teurem Restaurant aussah. Da wir mit den
angebotenen Loukoumades nichts
anfangen konnten, nahm sich der freundliche Betreiber von
Dr. Loukoumas die
Zeit, uns diese griechische Leckerei zu erklären. Wir konnten unmöglich widerstehen und ließen uns eine Portion
schmecken.
Dabei kam uns wieder der Gedanke, dass wir uns durchaus kalorienbewusst ernähren - wir ernähren uns schließlich
ganz bewusst von Kalorien 😂. Zuckerschock inklusive.
Am späten Abend lief die MSC wieder aus und fuhr neuen Abenteuern entgegen. Aber an schlafen war noch nicht zu
denken. Die MSC-Crew hatte zu einer 60er-, 70er- und 80er-Party ins Atrium eingeladen. Bei kultiger Musik sorgten
die Animateure in passendem Outfit für Megastimmung, und wir waren natürlich mittendrin.
Kusadasi
Nach einer etwas kurzen Nacht erreichten wir am Morgen den ersten Hafen in der Türkei, Kusadasi. Wir nahmen zwar
nicht an einem Ausflug teil, dennoch wollten wir den Aufenthalt möglichst umfangreich auskosten. So gehörten wir
mit zu den ersten Gästen, die von Bord gingen und in das quirlige türkische Leben eintauchen wollten.
Doch bevor wir wirklich in die Stadt kamen, mussten wir erst einmal den Hafen verlassen. Oder sollten wir lieber
sagen: den Markt. Der Weg vom Schiff in die Stadt führte mitten durch zahlreiche Marktstände und natürlich wollte
jeder Händler, dass wir uns seine Ware genauer ansehen.
Kaum in der Stadt angekommen, ging es fröhlich weiter. Kusadasi hat sich voll an den Tourismus angepasst. Die
Straßenzüge rund um die Karavanserei (die aber gerade leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war) sind ein
einziger Basar, auf welchem die Händler emsig um Kundschaft bemüht sind. Dabei sind die meisten extrem freundlich,
wenn auch recht aufdringlich. Leider erlebten wir auch ein negatives Exemplar.
Eigentlich hatten wir bereits signalisiert, dass wir uns die Ware weder näher ansehen noch kaufen wollten, dennoch
bestand er darauf, uns zumindest seine T-Shirts zu zeigen. Okay, gucken kann man ja mal. Er kramte ein Shirt nach
dem anderen hervor, riss die Hüllen auf und zeigte uns, dass Passform und Farbe stimmen. Schließlich hatte er für
jeden von uns 3 Stück ausgewählt, dann ging es an den Preis.
Aber wir wollten doch gar nichts kaufen! Egal, erst einmal einen Preis nennen. Für angebliche Marken-Shirts
sollten wir plötzlich pro Stück 49 € bezahlen. Und das sei schon der Freundschaftspreis. Ein Nein wurde nicht
akzeptiert. Okay, dann ein so niedriges Gegenangebot machen, dass er gleich aufgibt. 10 € höchstens. Schade, hat
nicht geklappt. Aber der Preis sank deutlich. Am Ende sollten es wirklich nur noch 10 € pro Stück sein. Aber wir
hatten uns doch gerade erst neu eingedeckt.
Am Ende sagten wir klar, dass wir eigentlich doch nie etwas kaufen wollten. Da wurde der Händler ungehalten und
scheuchte uns regelrecht aus seinem Shop. Nur gut so, eine Straße weiter gab es quasi die gleichen Sachen für nur
7 € pro Stück.
Von dem Negativerlebnis ließen wir uns aber nicht beeindrucken. Schließlich waren wir ja eh nicht zum Shoppen
hier. Stattdessen suchten wir eine erste Moschee auf. Wie auch in christlichen Kirchen kleideten wir uns vor dem
Betreten des Gotteshauses angemessen. Leider gab es aber auch hier Touristen, die offenbar keinerlei Respekt
haben.
In der Moschee wurden wir nicht nur von einem schlichten aber dennoch sehenswerten Inneren überrascht, sondern
auch von einem Einheimischen. Dieser konnte sogar sehr gut Deutsch, da er längere Zeit in Deutschland gelebt
hatte. Wir unterhielten uns eine Zeit lang mit ihm. Schließlich machte er einen Scherz, der uns beim Lachen die
Tränen in die Augen trieb.
Er ist bereits zweimal geschieden und derzeit Single. Einmal wurde er von einem anderen Türken darauf angesprochen
und gefragt: Warum suchst du dir keine neue Frau? Er antwortete darauf: Weil ich auf Männer stehe. Sein Gegenüber
wich daraufhin wohl ganz verblüfft ein paar Schritte zurück. Schön, dass ein Moslem in einem Land, wo
Homosexualität noch weitgehend ein Tabu ist, auf seine Kosten einen solchen Scherz macht. Respekt! Und das
Schönste daran: Er sprach mit uns sehr tolerant nicht über Allah, Mohammed oder Jesus, sondern einfach über Gott.
Nach all dem Trubel auf der Touristenmeile bogen wir ab und gelangten in weniger touristische Bereiche. Dort
entdeckten wir zufällig ein kleines Museum, das sich mit Mineralien beschäftigt. Als einzige Gäste konnten wir
ganz entspannt die Ausstellungsstücke ansehen und zu unserer Verblüffung wollte niemand Eintritt von uns.
In einer anderen Gasse ließen wir uns dann bei einem unscheinbaren Café mit zerschlissenen Stühlen nieder.
Karte oder Preisaushang? Fehlanzeige. Egal, ein türkischer Kaffee musste jetzt einfach sein. Hoffentlich zockt man
uns nicht ab. Da der Besitzer kein Wort Englisch oder Deutsch konnte, mussten wir uns mit Händen und Füßen
verständigen.
Schnell war klar, Kartenzahlung geht nicht. Türkische Lira hatten wir nicht, aber Euro ist okay. Der Kaffee war
schnell bestellt und für Andrea sogar mit Zucker. Geht doch. Was ein Lächeln und ein paar Gesten bewirken können.
So geht Völkerverständigung. Und der Preis? Ach was soll's, wir geben ihm dann einfach, was wir denken. In
Italien kostet ein Espresso zwischen 1 € und 1,50 €. Daher versuchten wir es für zwei türkische Kaffees mal mit
2 €. Der Besitzer akzeptierte. Hier wird man also definitiv nicht abgezockt.
Aber nur einen Kaffee? Was ist mit dem Hunger? Zurück auf die Touri-Meile und dort bei den Läden einkehren, war
keine Option. Zum Glück wurden wir dennoch fündig. Zwar wurde auch dort weder Deutsch noch Englisch gesprochen,
aber einer der Gäste konnte uns mit ein paar Brocken aushelfen. Wenig später aßen wir leckere Fleischküchle mit
Beilagen und lauschten einer Gesangsgruppe, die sich im Lokal zur Probe versammelt hatte. Und ganz nebenbei
konnten wir uns davon überzeugen, dass ein türkischer Kaffee tatsächlich 50 Lira, also etwa 1 € kostet.
Genau solche Momente bleiben am Ende oft länger in Erinnerung als jede Sehenswürdigkeit.
Marmaris
Über Nacht fuhr das schwimmende Hotel vom türkischen Kusadasi an den griechischen Inseln Samos, Kos und Rhodos
vorbei zum türkischen Marmaris. Nachdem die MSC am Morgen im Hafen festgemacht hatte, wurden wir nicht nur von den
türkischen Behörden, sondern auch von einigen Kaninchen begrüßt. Die Kaninchen sind zwar neugierig, ließen sich
aber nicht streicheln.
Vom Hafen aus mussten wir zunächst um den Yachthafen herum, um die Altstadt zu erreichen. Erwartungsgemäß war hier
noch alles geschlossen. Daher nutzten wir die kühleren Morgenstunden und spazierten die Strandpromenade entlang.
Nein, wir suchten keinen Badeplatz. Vielmehr wollten wir die Siteler Şirinyer Cami besichtigen.
Beim Flanieren entlang der Strandpromenade passiert man neben unzähligen Anbietern für Wassersportaktivitäten auch
Bars, Restaurants und Hotels. Dabei stellten wir fest, dass Marmaris fest in britischer Touristenhand ist. Zum
einen wird an jeder Ecke English Breakfast mit Baked Beans angeboten, zum anderen werden alle Preise in englischen
Pfund angezeigt statt in türkischen Lira.
Schließlich war es Zeit, die Strandpromenade zu verlassen. Kaum hatten wir die Strandhotels hinter uns gelassen,
tauchten wir in ein Wohngebiet der Einheimischen ein. Sofort war es quirliger und lebendiger. Und statt Bars und
Restaurants kamen wir am Wochenmarkt mit Obst und Gemüse vorbei. Eine schöne Abwechslung vom touristischen
Viertel.
Die Moschee konnten wir letztlich nur von außen besichtigen, da sie geschlossen war. Der Spaziergang war es aber
trotzdem wert.
Von der Moschee ging es wieder gemütlich zurück in die Altstadt. Dort wollten wir noch ein wenig durch die Gassen
schlendern und die angebotenen Waren sehen. Dabei kommt man unweigerlich an der Merkez Yeni Cami vorbei. Wir
ließen es uns nicht nehmen, diese Moschee zu besichtigen. Nachdem wir die Schuhe ausgezogen und uns angemessen
bedeckt hatten - wie es sich beim Betreten eines Gotteshauses gehört - konnten wir den Gebetssaal mit dem
typischen Kronleuchter betreten.
Beim Verlassen der Moschee trafen wir auf einen Einheimischen. Es stellte sich heraus, dass er in Deutschland
geboren wurde und inzwischen in die Heimat seiner Vorfahren zurückgekehrt war. Wir unterhielten uns eine Zeit
lang mit ihm. Er machte dabei deutlich, wie erfreut er ist, dass sich deutsche Touristen für seine Kultur
interessieren und er die derzeitige Entwicklung in Deutschland mit Sorge beobachtet.
Erst nach einiger Zeit konnten wir uns schweren Herzens von der netten Urlaubsbekanntschaft trennen. Aber wir
wollten noch etwas durch die Altstadt ziehen. Wir lenkten unsere Schritte in Richtung Marmaris Kalesi ve Arkeoloji
Müzesi, einer alten Festung auf einer kleinen vorgelagerten Halbinsel. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine
weitere Moschee (Merkez Eski Camii). Leider wurden wir hier Zeugen, wie wenig Respekt Touristen vor Gotteshäusern
haben. Zuhause fordern sie, dass Ausländer sich anpassen sollen, selbst ist man aber nicht bereit, sich im Ausland
anzupassen.
Mehrere Frauen wollten mit Schuhen und ohne angemessene Bekleidung die Moschee besuchen. Erst nach einigem Hin und
Her, entschlossen sie sich das Gotteshaus angemessen zu betreten. Schade, wie ignorant manche Menschen sind. Wir
würden auch in Deutschland keine Kirche mit Hotpants und Tanktop betreten. Das gehört sich einfach nicht.
Gleich hinter der Merkez Eski Camii taucht man in den ältesten Teil der Stadt ein. Die Gassen werden noch
schmaler. Schnell wird klar, hier wurden die Wege erst angelegt, nachdem die Häuser gebaut waren. Wir suchten uns
einen Weg durch das Labyrinth und erreichten schließlich die alte Festung. Da gerade eine Gruppe Touristen das
Museum stürmte - muss wohl gerade ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegen 😄 - sparten wir uns den Eintritt.
Dies gab uns die Zeit, uns auf das heutige Event auf dem Schiff vorzubereiten, denn heute war Motto „White
Party“. Wir suchten unsere weißen bzw. hellsten Sachen heraus und warfen uns mal wieder so richtig in
Schale. Es ist schon ein grandioser Anblick, wenn im Atrium mit seinen glitzernden Swarovski-Treppen sämtliche
Gäste in Weiß gekleidet sind. Da strahlt der Raum gleich doppelt.
Und die Stimmung? Die hätte ausgelassener kaum sein können. Zum Glück wartet morgen ein Seetag.
Seetag
Für uns ist der Begriff „Seetag“ inzwischen ein Synonym geworden für Beine hochlegen und Seele baumeln
lassen. Und so ist ein Seetag auf einer Kreuzfahrt eine willkommene Abwechslung von den Landausflügen mit den
vielen Eindrücken.
Allerdings kann man an einem Seetag auch mal Sachen machen, die man sonst nicht tun würde. Warum nicht mal
basteln? Die MSC hatte verschiedene Workshops organisiert, bei denen man neue Basteltechniken und kreative Ideen
ausprobieren konnte. Ein riesiger Spaß - nicht nur für Kinder.
Auch wir mischten uns unter die Bastler und versuchten uns an „Iris Folding“ und Lotusblüten basteln.
Das Iris Folding hatte uns besonders begeistert. Daher nahmen wir uns das nötige Material mit auf die Kabine, um
unsere Kunstwerke in Ruhe fertigstellen zu können.
Neapel
Nach diesem ruhigen und erholsamen Seetag liefen wir, ganz zur Freude von Frank, in den Hafen von Neapel ein. Über
Nacht hatte der Wind und somit auch der Seegang etwas zugelegt. Ungeachtet der Größe des Schiffes waren die
Rollbewegungen doch deutlich zu spüren und machten Franks Magen zu schaffen. Ein Landausflug war da genau das
Richtige.
Aber, ach herrje, das Wetter spielte zunächst gar nicht mit. Sonnenverwöhnt mit fast 30°C in Marmaris, kommen
einem die 19°C und Wolken wie Winterwetter vor. Und dann überraschte uns auch noch ein ordentlicher Regenguss. Wir
konnten uns gerade noch unter das Vordach eines Luxushotels retten.
Den Rest des Tages blieb es dann zwar trocken, aber dennoch frisch. Wir ließen uns davon nicht aufhalten und
setzten unsere Stadttour fort. Das Castel dell'Ovo konnte nur von außen besichtigt werden und die Piazza del
Plebiscito diente als Zielbereich eines Fahrradrennens. Das brachte es mit sich, dass wir vom Palazzo Reale nicht
allzu viel zu sehen bekamen.
Direkt um die Ecke liegt allerdings die beeindruckende Galleria Umberto I, die stark an die berühmte Galerie in
Mailand erinnert. Nun sollte es eigentlich ins quirlige Quartieri Spagnoli gehen, allerdings lockte uns in einer
kleinen Seitengasse das Lo Spacco mit authentischem Essen und günstigen Preisen. So erreichten wir Spagnoli erst
nach einem kleinen Snack.
Echten Fußballfans können wir eine Reise nach Neapel übrigens wärmstens empfehlen. Immerhin hat die Stadt keinen
Geringeren als Diego Maradona hervorgebracht. Und das wissen die Einwohner für sich zu nutzen. Von Wandbildern
über Statuen bis hin zu T-Shirts, Schirmen und mehr findet man in Spagnoli alles mit Maradona. Aber Achtung: Die
engen Gassen sind keine Fußgängerzonen und Verkehrsregeln werden eher kreativ interpretiert. Motorroller röhren
ungebremst an einem vorbei und bahnen sich ihren Weg durch die Menschenmassen.
Wie die Zeit doch rast, wenn es ständig Neues zu entdecken gibt. Um wenigstens noch ein bisschen mehr von Neapel
zu sehen, entschlossen wir uns, Spagnoli hinter uns zu lassen und zum Monastero di Santa Chiara, der Basilika
Santa Chiara und der Chiesa del Gesù Nuovo zu schlendern. Nach einem Besuch des sehenswerten Klosters und einer
Besichtigung der beiden Kirchen ging es noch zum Duomo di Santa Maria Assunta.
Dann war es auch schon an der Zeit zum Hafen zurückzukehren. Die Abfahrt und somit das Ende dieser kurzen
Kreuzfahrt standen an. Eine letzte Show, ein letztes Mehrgangmenü im The Black Crab und anschließend die
Abschiedsfeier der Waiter, die noch einmal alles gaben und das Restaurant in eine kleine Party verwandelten.
Ausschiffung
In den frühen Morgenstunden erreichte die MSC Divina wieder ihren Ausgangshafen in Civitavecchia. Für uns
bedeutete das, früh aufstehen und Sachen packen. Immerhin sollten wir bis spätestens 8 Uhr die Kabine verlassen
haben. Was ein Stress am Ende der Reise.
Noch während die MSC festgemacht wurde, konnten wir das Einlaufen der Costa Smeralda vom Balkon aus beobachten,
bevor die Club Med 2 - ein dagegen winziges Segelschiff - den Hafen erreichte.
Doch dann mussten wir unsere Taschen schnappen und das Schiff verlassen. Im Hafen wurden wir sogleich von
Mitarbeitern des Parkplatzes in Empfang genommen und zu unserem Genuss-Bus gefahren. Dort überreichte man uns
neben dem Autoschlüssel auch gleich noch 20 €. Offenbar hatte man sich wegen der ganzen An- und Aufbauten doch
nicht getraut, Felía zu waschen.
Schade eigentlich. Dann müssen wir die Wellnessbehandlung wohl doch selbst übernehmen.
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